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Rund sechzig Gartenpfleger und und Gartenpflegerinnen des Kreisverbandes informierten sich im Nördlingen Amt
für Landwirtschaft und Forsten über Beerenobst im Hausgarten. Kreisverbandsgeschäftsführer Georg Diethei konnte zu diesem Fachvortrag als Referenten den Baumschulunternehmer und Gärtnermeister Friedrich Eberhardt
aus Möttigen begrüßen.
In bekannt routiniertere Weise, ging der Referent zunächst auf die roten, weißen und schwarzen Johannisbeeren
ein. Um beste Fruchtqualitäten zu erzielen, sei vor allem eine sorgfältige Pflege und ein fachgerechter Schnitt
notwendig. Rote und weiße Johannisbeeren würden am besten am zwei jähringen Holz tragen. Alles, was älter als vier Jahre sei, müsse konsequent herausgenommen werden. Die schwarze Johannisbeeren dagegen trügen
schon am einjährigen Holz, was bei der Pflege zu berücksichtigen sei. “Jonkher van Tets” sei immer noch als frühe Sorte zu empfehlen; “Rolan”, “Rotet” und “Rovada” seien robuste neue Sorten mit guter Fruchtqualität.
Bei den schwarzen (Johannisbeeren) bereitet “Titania” die wenigsten
Probleme, bringe beste Erträge und gute Fruchtqualität. Sie sei vor allem für die Verarbeitung geeignet. “Bona” sei neu und wegen der großen Früchte in
Super Qualität sowohl als Tafelfrucht wie für die Verarbeitung geeignet. Auch sei sie guter Ersatz für die vor allem wegen ihres ungestümen Wuchses problematische “Josta”-Beere”.
Bei den Stachelbeeren käme es vor allem auf die Verwendung Mehltauresistenter Sorten an, so Fritz Eberhardt.
“Invicta” sei immer noch erste Wahl. Aber auch “Remarka”, “Rokula” und “Revada” seien resistente, ertragsreiche
Sorten mit guter Fruchqualität in rot und weinrot. Es gäbe nun auch (fast) stachellose Sorten, die mehltauresistent wären. Eberhardt betonte, dass der befallsdruck in den einzelnen Gärten sehr unterschiedlich sei. Deswegen
seien befallene Triebe immer rechtzeitig zu entfernen.
Bei den Himbeeren empfahl der Referent die Umstellung auf herbsttragende, “einjährige” Kulturen und Sorten. Bei
diesen wird der im Frühjahr aus dem Boden wachsende Trieb ab etwa August blühen und tragen. Diese Sorten seien robust, madenfrei und ertragreich. Hauptsorte dieser Gruppe sei “Autumn Bliss” aber auch Neuheiten wie
“Polka” und “Himbo-Top” warten mit noch besseren Fruchtqualitäten auf. Bei den sommertragenden Sorten, die also am vorjährigen Holz blühen und tragen, seien ein konsequenter Schnitt
nach der Ernte und lichte Bestände ganz wichtig. Nicht zu schwere Böden, gute Humusversorgung und reichlich organische Mulche mit niedrigem pH-Wert seien für gesundes Wachstum wichtig. Bei den Brombeeren wären
dornenlose Sorten sehr beliebt, so der Referent. Allerdings ließen einige dieser Gruppe geschmacklich oft zu wünschen übrig. Dafür empfahl er Sorten wie “Loch Ness”, die geschmacklich die beste und dornenlose sei
“Navaho”, ebenfalls dornenlos, “Choctaw” bedornt und “Apache”, ebenfalls dornenlos. Ein häufiges Problem sei die Brombeergallmilbe, die mit den befallenen Früchen ständig abgepflückt und entfernt werden solle.
Sehr bliebt seien nach wie vor Kiwi. Allerdings gäbe es des öfteren
Befruchtungsprobleme, da sie zweihäusig seien. Mehrere männliche Pflanzen würden im Garten aber zu Platzproblemen führen. Deswegen sei eine sorgfältige
Auswahl erforderlich. Die empfehlungswerten, robusten Sorten seinen Kleinfrüchtig, glattschalig und mit der Schale
zu verzehren. “Weiki” als Weihenstephaner Züchtung, auch als “Bayernkiwi” bekannt, sei nach wie vor zu empfehlen. Aber auch die Sorte “Ambrosia” wäre anbauwürdig.
Bei den Weintrauben war bis vor wenigen Jahren das größte Problem
der Mehltau. Nun gibt es sichere Abhilfe mit resistenten Sorten wie “Birstaler Muskat”, “Palatina” und “Fanny” als weiß Reben. Bei den blauen Sorten
können “Muskat bleu” und “Regent” empfohlen werden. Bei den kernlosen Trauben gäbe es noch keine optimale Sorte; “New York”, “Romulus” oder “vanessa” wären am ehesten geeignet.
Mit einer angeregten Diskussion endete der Fachvortrag, der die diesjährige Themenreihe “Obstanbau im Haus-
garten” um den wichtigen Bereich des Beerenobstet ergänzte. Fritz Eberhardt erhielt neben dem Dank der Zuhöhrer auch ein kleines Präsent des Kreisverbandes.
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