Kreisverband
Gartenbau und Landespflege
Noerdlingen

Pressemitteilung:

Einen neuen Kurs für Grundausbildung von Gartenpflegern hatte der Kreisverband für Gartenbau und Landes-
pflege Nördlingen ausgeschrieben.
An drei aufeinader folgenden Samstagen nahmen 34 Männer und Frauen daran teil und absolvierten den Kurs.
Ein Teil davon waren Mitarbeiter/innen von Gemeinden und gemeindlichen Bauhöfen, ein weiterer Teil Mitglieder
des Verbandes der Kleingärtner.
Kreisverbandsvorsitzender Helmut Guckert konnte nun den Absolventen den Ausbildungsnachwies überreichen.
Er wünschte den neuen und z.T. schon sehr erfahrenen Gartenpflegern viel Freude und Erfolg bei den Arbeiten
sowohl im eigenen Garten wie auch im Einsatz im nachbarschaftlichen, im Vereins- sowieim öffentlichen Bereich.

Kreisfachberater Georg Diethei leitete den Ausbildungsteil “Obstanbau im Hausgarten” an zwei Samstagen. Am
Vormittag wurde jeweils der  theoretische Unterrichtsstoff bearbeitet und am Nachmittag die Praxis in der freien
Natur geübt. Ausgehend von den grundsätzlichen Überlegungen vor dem Kauf eines Obstbaumes wurden die
Aspekte des vorgesehenen Standortes und der erfoderlichen Ansprüche der Kulturpflanze “Obstbaum” behandelt.
Davon abhängig sie nicht nur die Frage der Obstsorte, sondern auch die Frage der Unterlage, der Stammhöhe
und der Baumform; ebenso die Intensität der späteren notwendigen Pflege. Der jeweilige Einsatzzweck sei ent-
scheidend für die Auswahl des Baumes: Als Hochstamm oder Halbstamm auf starkwachsender oder
Sämlings-Unterlage mit einer anspruchslosen Sorte als Wirtschafts- oder Tafelobst am Ortsrand, auf öffentlichen
Flächen oder in der Streuobstwiese - oder als Busch oder Spindelbusch auf schwachwachsender Typenunterlage
mit einer anspruchsvollen Tafelobstsorte im geschützten Garten als Hecke am Gerüst oder am Haus als Spalier.

Die dafür jeweils erforderlichen Maßnahmen von der Pflanzung über die Erziehung bis zur Erhaltung der Ver-
jüngerung wurden erläutert, begründet und praktisch geübt. Jede Maßnahme und jeder Schnitt habe seinen
Grund und seinen Namen. Deswegen würden ausgebildete und fachkundige Leute Obstgehölze nicht “stutzen”
sondern je nach Erfordernis z. B. anschneiden, absetzen oder einkürzen, so Georg Diethei. Eine klare Termin-
ologie sei Voraussetzung für ein gemeinsames Verständnis und eine geordente Verfahrenswaise: Unterlage,
Veredelung, Stamm, Krone, Leitat, Stammverlängerung, Fruchtholz, Saftwaage, Triebgesetzmäßigkeiten,
Rotation des Fruchtholzes und Alternanz, seien einige der wichtigsten Bezeichnungen beim Umgang mit dem
lebenden Obstbaum. Ob Öhmscherschnitt, Frucholzschnitt oder der Schnitt mit dem Ziel des physiologischen
Ausgleichs zwischen vegetativem und generativen Wachstum sei eine Frage der Zielvorstellung. Zum richtigen
Verständnis bestimmter Verhaltensweisen der Gehölze seinen auch einige Kenntnisse der Biologie unerlässlich:
Osmose, Kapillarität und Transpiration bewirken demnach den Saftstrom in den Saftleitungsbahnen von der
Wurzel zu den Assimilationspunkten und damit die Besonderheiten der Triebgesetzmäßigkeiten. Was im Winter
und was besser im Sommer geschnitten oder behandelt  werden sollte,sei ein westentlicher Pflegeaspekt mit weitreichenden Konsequenzen.
Wie man Beerenobst unter bestmöglichen Umständen pflanze und pflegt und wie der Schnitt von Blüten- und
Ziersträuchern durchzuführen sei ergänzte den theoretischen und praktischen Teil des Kurses.
Dass beim Pflegeschnitt auch pflanzenhygienische Maßnahmen gleich mit durchgeführt werden, sei selbstver-
ständlich, so Georg Diethei. Mehlatu, Zweig- und Fruchtmonilia, überwinternde Eier und Puppen von Schädlingen
an Zweigen und an der Rinde seien selbstredend zu entfernen. Aktuelle und sehr wichtig sei auch die Beob-
achtung und sachgerechte Behandlung des Feuerbrandes. Ebenso wurde auf alte und neue invasive Neophyten
hingewiesen, wie Ambrosia, Heracleum und Datura.

Kenntnisse in Grundlagen wie Boden, Düngung und Kompostierung seien ebenso Teil der Ausbildung gewesen
wie die Entnahme von Bodenproben, die Beurteilung der Probenergebnisse und die Folgerungen für die Düngung.
Die Unterschiede zwischenn organischer und mineralischer Düngung wurden aufgezeigt; wobei die Entscheidung
für welche Düngeform dem fundierten Wissen des mündigen Gartenpflegers überlassen bleiben müsse, so Georg
Diethei. Wichtig sei vor allem die bedarfsorientierte Düngung entsprechend den Erfordernissen der jeweiligen
Kultur unter Berücksichtigung der Bodenverhältnisse, des Vorrates an mineralischen ind organischen Dünge-
stoffen im Boden und der Witterung
.

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